Projekttitel: Muss die Eigenvorsorge neu erfunden werden? - Eine Analyse und Evaluierung der Ansätze und Instrumente zur Eigenvorsorge gegen wasserbedingte Naturgefahren
Laufzeit: September 2015 – Mai 2016
Fördergeber: StartClim
Projektleitung: em. O. Prof. Dr. Axel Borsdorf und Mag. Mag. Dr. Clemens Pfurtscheller
Projektteam: Philipp Babcicky, Stefanie Rohland und Dr. Sebastian Seebauer

 

Zahlreiche Hochwasserkatastrophen und Starkregenereignisse der letzten Dekade haben mögliche Optimierungspotentiale zur Senkung der Schäden und negativen Auswirkungen in Österreich und in Europa deutlich aufgezeigt. Während sich etwa der Schutzwasserbau, die Raumplanung und der öffentliche Katastrophenschutz auf die Kumulierung dieser Ereignisse sukzessive einstellen, wurde bis dato die Eigenvorsorge in Österreich eher punktuell und nicht systematisch betrieben. In den letzten Jahrzehnten sind auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene von unterschiedlichen Akteuren punktuelle Aktivitäten und Maßnahmen gesetzt worden, um dem fehlenden Eigenschutz der Bevölkerung entgegenzuwirken. Diesem Angebot an Ansätzen und Methoden wurde allerdings keine langfristig angelegte Strategie im Umgang mit der Stärkung der Eigenvorsorge zu Grunde gelegt und sind daher in der Gesamtwirkung als eher gering einzustufen. Beispielhaft sind etwa die zahlreichen Broschüren im Print- und Onlinebereich zu nennen. Innovative Informationsangebote, die unterschiedliche Alters- und Zielgruppen aktiv ansprechen, sind allerdings eher die Ausnahme als die Regel.

Primäres Ziel des Projekts ist es daher, die verschiedenen Methoden und Ansätze, national wie auch international mit Fokus auf den deutschsprachigen Raum, zu sammeln und ein erstes Bild einer Wirksamkeit und langfristigen Wirkung zu erhalten. Darauf aufbauend sollen „best-practice“-Beispiele und Empfehlungen definiert werden, die auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene in Österreich unter den gegebenen legislativen und organisatorischen Rahmenbedingen umsetzbar sind. Die Methodik stützt sich hierbei auf eine umfangreiche Literatur- und Internetrecherche, auf Workshops mit ausgewählten Entscheidungsträgern, auf eine nachvollziehbare Evaluierung der verschiedenen Ansätze und Methoden und Ergebnisse von Befragungen von durchgeführten Beratungen zur Eigenvorsorge in Vorarlberg. Zusätzlich werden Ergebnisse des Projekts PATCH:ES (ACRP) auf einen Mehrwert für RE-Invent geprüft.