Finanzierung: Alpenforschung ÖAW, Amt der Tiroler Landesregierung
Laufzeit: 2010–2012
Leitung: Axel Borsdorf, Clemens Pfurtscheller
Projektmitarbeit
: Anja Brucker, Klaus Kleewein, Bernhard Lochner

 

innrisk_kompil_kleinVariable Prozess-  und Auswirkungsdimensionen des Hochwassers 2005: zerstörte Leitungssysteme im Paznauntal und überflutetes Firmenareal im Tiroler Unterland.

Das interdisziplinäre Projekt INNrisk untersucht in Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Risiko- und Katastrophenmanagement das schwerwiegende Hochwasserereignis vom August 2005 und dessen Folgen im Bundesland Tirol. Der gesamtwirtschaftliche Schaden wird auf ca. 500. Mio. € beziffert.

Generell verursacht der Klimawandel eine statistische Häufung von schadensstiftenden Hochwassereignissen im Alpenraum in den letzten Jahrzehnten bei gleichzeitig zunehmender Verwundbarkeit. Die Gefährdung einer hohen Anzahl von Menschen und immer größerer Werte durch Hochwasserprozesse ist unter anderem auch auf die zusätzliche Erschließung von Siedlungsbereichen zurückzuführen. Die katastrophalen Ereignisse der letzten Dekade bieten aber auch die Chance, den Prozess Hochwasser unter naturwissenschaftlich-geographischen und volkswirtschaftlich-statistischen Gesichtspunkten aufzuarbeiten, ein besseres Verständnis der Auslöser und Wirkungen im anthropogenen Überschneidungsbereich zu erzielen und damit Grundlagen für Mitigations- und Adaptionsstrategien zu liefern. Die Ergebnisse einer solchen Analyse stellen somit wertvolle Informationen für das öffentliche Risiko- und Katastrophenmanagement dar. Insbesondere gilt es, die Folgen für öffentliche und private Haushalte darzustellen.

Erstes Ziel des Projekts INNrisk ist eine systemisch-rechtliche Bewertung der Rahmenbedingungen und eine Analyse des menschlichen Handelns während des Hochwassereinsatzes in Bezug auf unterschiedliche Planungsvorgaben und daraus resultierender Schadenspotenziale. Das zweite Projektziel umfasst eine gesamtwirtschaftliche Bewertung der Schäden nach Kategorien (Infrastruktur, Gebäude, Fahrzeuge, etc.) und Sektoren, aber auch eine Einschätzung von möglichen positiven Auswirkungen auf die Regionalwirtschaft. Eine zusammenfassende Analyse ermöglicht eine Identifizierung von Verbesserungspotentialen des öffentlichen Katastrophenmanagements und die Skizzierung von Schadensminderungsstrategien. Die Projektergebnisse besitzen einen hohen Wert nicht nur für die Schadensprophylaxe zukünftiger Hochwässer des Inn, die angesichts der Klimaerwärmung in ihrer Frequenz und Intensität zunehmen werden, sondern auch für andere Alpenflüsse. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse können effektive Adaptionsstrategien für den Klimawandel und die daraus folgenden potentiellen Gefährdungen in Flusstälern entwickelt werden.

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Übersicht der betroffenen Regionen und der ökonomischen Schäden des Hochwassers 2005 in Tirol