Das Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung (IGF) untersucht die regionalen Erscheinungsformen von Prozessen des Globalen Wandels (Klimawandel und Globalisierung) und deren Auswirkungen in den Gebirgsräumen der Erde. In diesen Prozessen spiegelt sich die Dynamik der untrennbaren Mensch-Umwelt-Interaktion des Anthropozäns wider, in dem lokales Handeln des Menschen zu einem globalen Treiber geworden ist. Die damit verbundene Bedrohung der Überschreitung globaler Systemgrenzen („Planetary Boundaries“) im Allgemeinen und lokaler/regionaler Resilienz von Mensch-Umwelt-Systemen in Gebirgen im Speziellen sind langfristig zentrale Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Das Überwinden dieser „Grand Challenges“ wird nur durch eine umfassende sozial-ökologische Transformation möglich sein, die sich an den normativen Vorgaben nachhaltiger Entwicklungsziele ausrichtet.

Auf der Basis von umfangreichen Datenbanken, die diesen Wandel in Raum und Zeit darstellen, sieht es das Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung als seine Aufgabe, Systemwissen zu Mensch-Umwelt-Systemen in Gebirgen im Bereich der Kryosphäre (Gletscher, und Permafrost), Geosphäre (Erdoberfläche), Biosphäre (Biodiversität) und Gesellschaft (demographischer Wandel, Mobilität und Migration, Landnutzung, sozioökonomischer Wandel, Landwirtschaft, Tourismus, Urbanisierung Naturgefahren) zu schaffen. Dabei dienen innovative Methoden des Langzeitmonitorings, der Erdbeobachung (insbesondere der Fernerkundung und der automatischen Informationsextraktion), der Geomatik, der qualitativen und quantitativen Datengewinnung sowie Ansätze von Citizen Science als Grundlage.

Mit Hilfe von Modellen werden durch hypothesengestützte Aussagen über die möglichen zukünftigen Szenarien als Grundlage für die Entwicklung von Adaptionsstrategien Beiträge zur Produktion zielorientierten Wissens geleistet. Themen sind dabei Raum- und Ressourcenverknappung, Livelihood, Vulnerabilität und Resilienz sowie Adaptation.

Der Kommunikation und Information dienen auch die vom Institut Durch die Entwicklung  von Web2.0-basierten Methoden mit Kommunikations- und Informationsplattformen, instruktiven Videos, Tutorials, Wikis, etc. versucht das Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung auch, neue Wege im Bereich der Generierung von Transformationswissen zu beschreiten. Dazu stellt das IGF einen großen Teil der erhobenen Daten der Scientific Community bzw. der Gesellschaft, z.T. nach Peer-Review-Verfahren, zur Verfügung.