Hochgebirge sind weltweit von den Polarregionen bis zu den Tropen verbreitete, kalte Lebensräume. Sie werden von Lebewesen besiedelt, die an das mit der Höhe zunehmende Kälteklima adaptiert sind. Der globale alpine Lebensraum ist damit ein ideales natürliches Laboratorium für die Beobachtung und Untersuchung der ökologischen Auswirkungen der anthropogenen Klimaerwärmung entlang der fundamentalen klimatischen Gradienten in den latitudinalen, longitudinalen und altitudinalen Dimensionen.

GLORIA, die ‘Global Observation Research Initiative in Alpine Environments’, ist methodisch speziell darauf ausgerichtet und errichtet sowie betreut ein weltweites Netzwerk zur Langzeitbeobachtung von alpinen Ökosystemen und ihrer Artenzusammensetzung. In gegenwärtig über 400 Beobachtungsstationen in 120 Untersuchungsgebieten werden in regelmäßigen Intervallen standardisierte Erhebungen des Artenbestandes der Gefäßpflanzen sowie laufende Messungen der Bodentemperatur durchgeführt. Die Gebiete sind über sechs Kontinente und alle großen Gebirgssysteme der Erde verteilt. Das nach wie vor rasch wachsende GLORIA-Netzwerk ist Basis für das bislang einzige weltweit operierende Beobachtungsprogramm der alpinen Artenzusammensetzung. Gegenwärtig wird das Programm interdisziplinär um tierische Organismengruppen, Bodenparameter sowie um sozio-ökonomische Komponenten und Aspekte der Landnutzung erweitert.

Die internationale Koordination als auch die zentrale Datenbank des GLORIA-Netzwerks ist am IGF der ÖAW sowie am Zentrum für globalen Wandel und Nachhaltigkeit der BOKU angesiedelt. Die Datensätze liefern Informationen über die Migrationsdynamik von Gebirgsarten im Kontext des Klimawandels sowie das Gefährdungspotential der Arten und ermöglichen die Erkennung der ökologischen Konsequenzen global wirkender, anthropogen bedingter Einflussgrößen auf die natürliche Zusammensetzung der Biosphäre und ihrer Ökosystemleistungen.